Samstag, 11.12.2010, 20:00 Uhr
GAUTHIER DANCE
"Poppea/Poppea" Tanztheater im TOLLHAUS

Gauthier Dance, das Tanzensemble des Theaterhauses Stuttgart, ist eine junge, dynamische Compagnie aus acht vielseitigen Tänzer-Persönlichkeiten unter der Leitung des Choreographen, Tänzers und Musikers Eric Gauthier. Ganz dem zeitgenössischen Tanz verpflichtet, präsentiert die Truppe Werke von Gauthier und von international renommierten Choreographen mit dem erklärten Ziel, ein neues und junges Publikum für den Tanz zu begeistern. Für das erste abendfüllende Stück von Gauthier Dance hat sich der designierte Leiter des Zürcher Balletts Christian Spuck von der letzten Oper Claudio Monteverdis inspirieren lassen, L'incoronazione di Poppea. Die Geschichte der Hochzeit von Kaiser Nero und Poppaea Sabina frappiert bis heute durch ihren sezierenden Blick auf Machtgier und Liebeswahn am Hof des römischen Imperators. Am Schluss beugt sich alles der Urgewalt einer provozierend amoralisch verstandenen „Liebe“. In Spucks auch mit filmischen und gesprochenen Elementen arbeitenden Versuchsanordnung (Bühnenbild und Kostüme Emma Ryott) konzentriert sich alles auf die Interaktion zwischen den Tänzern sowie die wechselhaften Beziehungen und Machtverhältnisse ihrer Figuren. Rasch verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion. Aus dem Spiel mit dem Spiel wird blutiger Ernst, sobald das explosive Gemisch der Emotionen seine fatale Wirkung entfaltet. Die wundervolle Musik Monteverdis wird Zitat und begleitet die fabelhaften Tänzer des Theaterhaus-Tanzensembles Gauthier Dance durch ein Vexierspiel von Liebe und Verrat, Sex, Mord und unbedingtem Herrschaftswillen.
Was die Presse schreibt:
Fantastisch. Dies einfache Wort beschreibt das Stück geradezu unheimlich treffend. Es kommt von der griechischen Wurzel ‘phantastikos’: fähig, geistige Bilder zu schaffen. Und Christian Spuck erzeugt nicht einfach Bilder; er beschwört auf der Bühne eine ganze neue Welt – ein krankes, blutiges, skrupelloses Phantasiebild, das uns ungeachtet seiner Brutalität wünschen lässt, ein Teil davon zu sein. Denn das Stück ist wie ein gedankenverlorener cooler Bursche, der die Straße herunterspaziert; dieses Stück ist das Traumauto, über das du deine Finger gleiten lässt, mit einem bewundernden Pfiff. POPPEA//POPPEA zielt auf den Bauch, es ist clever, fesselnd – und vor allem sexy. ... Wie ein Quentin-Tarantino-Film hat dieses Stück Stil, und wie Tarantinos Filme ist es makellos produziert. Es ist gut einstudiert, gut ausgeleuchtet, gut getanzt, gut ausgedacht und, ja, noch einmal – fantastisch. Eric Gauthier hat Kooperationstalent: Er und Spuck landen mit POPPEA//POPPEA einen Riesenerfolg.
Dwayne Holliday in Dance Europe, August 2010
Am Ende eines intensiven Tanzabends dankt Eric Gauthier seinem Choreografen herzlich. Zu Recht: Christian Spucks „Poppea//Poppea“ zeigt Gauthier Dance darstellerisch wie tänzerisch in Bestform. Ein Stück wie ein Geschenk, das dem Theaterhaus auch nach der Premiere am Donnerstag viel Publikum bescheren wird.
Andrea Kachelrieß, Stuttgarter Nachrichten
Gauthier Dance erzählt in virtuoser Körpersprache die fatale und zugleich sentimentale Liebesbeziehung zwischen dem römischen Kaiser Nero und seiner Geliebten Poppea. Bis sie Kaiserin werden kann, fließt viel Blut. Choreograph Christian Spuck, der 2012 Direktor des Zürcher Balletts wird, gelingt eine furiose Ballett-Version der Monteverdi-Oper „Die Krönung der Poppea“.
Wolf von Dewitz, dpa
Gauthier hat gute Beziehungen zu anderen Tanzschöpfern – und ein exzellentes Ensemble. Diesem hat nun Christian Spuck eine Betrachtung zum Thema Liebe, Eifersucht, Machtmissbrauch auf den Leib choreografiert. ... Gauthier Dance wird sich damit weitere Freunde machen.
Sylvia Staude, Frankfurter Rundschau
Ein Luder boxt sich nach oben... Jubel im Theaterhaus ... Spuck entfernt sich teils vom reinen Tanz, lässt sogar das Medium Film auf der Bühne teilhaben, um mit einem gut eingestellten Ensemble, mit verblüffenden Wendungen und Windungen, doch immer wieder zurückzukehren zum Ausgangspunkt. ... Ein kalkulierter Alptraum – aber wie der ganze Abend ein durchaus gelungener.
Wilhelm Triebold, Südwest Presse
Es gibt großartige Soli, berührende Duette und Ensembleszenen, die virtuos getanzt sind, wobei Christian Spuck für die Choreografien ein sehr originäres Bewegungsrepertoire zur Verfügung steht, das elegant sein kann, aber eben auch sehr schnell, eckig und kraftraubend.
Bernhard Hartmann, Bonner Generalanzeiger
Änderungen vorbehalten
Tickets:
Vorverkauf: 28,50/24,50 €
Abendkasse: 30,-/26,- €
Mitglieder: 24,50/20,50 €
nummerierte Plätze
Weblinks:
Der Trailer zu "POPPEA/POPPEA"
Programmübersicht:
