Freitag 29.04.2022 20:00

BRÜNING & BETANCOR

"Ich Mein Dich" // Jazzstandards Germanized // Feminine Perspectives On Jazz

gemeinsam mit dem Jazzclub Karlsruhe e.V.

BRÜNING & BETANCOR

Vorverkauf: : 20,80
Abendkasse: 22,00
Mitglieder: 16,50
kleiner Saal - bestuhlt, freie Platzwahl


Uschi Brüning und Susanne Betancor bringen seit Dekaden die deutsche Sprache zum Klingen: Jazz-Standards von Denis Brent, Charlie Parker, Thelonious Monk, Kurt Weill, Billy Strayhorn, Fats Waller und Harold Arlen. Zwei umwerfende Sängerinnen verbunden durch die Liebe zum Jazz und dem Spass an der Zusammenarbeit, zelebrieren ihre Lieblingsstandards mit Piano und Blech. Der unverwechselbare Sound des Quartetts, die große Emotion und Ausdrucksstärke der Brüning und Betancors maßgeschneiderte Nachdichtungen und ergänzende Kompositionen machen diesen Abend aus. Die ausgewählten Songs besingen das Lyrische im Profanen und das Nebensächliche im Mittelpunkt. Bleiben und Gehen, Blume und Bar, Mond und Schatten. Ins Deutsche verschoben und mit Attacke bearbeitet wird ein Kanon umgekrempelt mit dem Ergebnis eines zeitgenössischen, zu Herzen gehenden Jazz-Song-Programms.  

Uschi Brüning - Sängerin, begann ihre Karriere 1970 und arbeitete u.a. mit Manfred Krug, der Klaus Lenz Band, Eberhard Weise, Eva Strittmatter, Ruth Hohmann, Ulrich Gumpert, Georgie Fame. Vor allem aber mit ihrem Partner Ernst-Ludwig Petrowsky.
Auftritte bei Jazz Festivals in Kärnten, Dresden, Weimar, Frankfurt/Main, Bath, Noci und beim Jazzfest Berlin. Gastspiele in Europa und Indien.

Betancor - Dichtung, Vertonung, Gesang arbeitete u.a. mit Lychee Lassi, David Moss, Dirk Berger, Clara Haberkamp, studierte Literaturwissenschaften und Musik in Essen und absolvierte ein Spezialisierungsstudium zeitgenössische Komposition bei Dieter Ammann an der Hochschule Luzern. 

Uschi Brüning – Gesang
Susanne Betancor – Text, Komposition, Gesang
Christian Von Der Goltz – Klavier
Martin Klingeberg – Bariton Horn & Trompete

 


 

Feminine Perspectives On Jazz

"No bad for a Girl"? Was die immer noch überwiegend männliche Jazzgemeinde so über die Beiträge von Frauen ablässt, ist nicht selten unerträglich. So erregte die amerikanische Vibraphonistin Sasha Berliner weltweites Aufsehen mit ihrem Blog „An Open Letter to Ethan Iverson (And the Rest of the Jazz Patriarchy)“, in dem sie albern sexistische Äußerungen prominenter Musikerkollegen geißelte und über ihre Erlebnisse von Diskriminierung, als Jazzstudentin an der Manhattan School of Music in New York berichtete. Als sich die französische Perkussionistin Camille Èmaille im vergangenen August beim Jubiläumskonzert zum 80. Geburtstag von Peter Brötzmann  hinter ihr Schlagzeug setzte, war das dem eher klassischen, älteren, männlichen Free Jazz Publikum zunächst relativ egal, man unterhielt sich fröhlich weiter. Doch nach einer Minute war kein Mucks mehr zu hören – alle starrten und lauschten gespannt den Klangkaskaden, die Émaille erzeugte. Für die deutsche Saxofonistin Luise Volkmann war das Thema Jazz und „Frau“ oder „Mann sein“ erst relevant, als sie an die Hochschule kam und merkte: „Huch, ich bin ja die einzige Saxofonistin.“ Alle drei Musikerinnen sind höchst außergewöhnliche, höchst kreative Stimmen in der internationalen Musikszene und wenden sich gegen soziale, rassistische und sexistische Ungerechtigkeiten. Auch die von der Wochenzeitung Die Zeit als „Ella Fitzgerald aus Leipzig“ betitelte Uschi Brüning hatte es mit den Männern in der Musikwelt der DDR nie leicht. Als sie in den 70ern ihre eigene Band gründete, versuchten die Kollegen, die junge Konkurrentin auflaufen zu lassen und wollten sie fallen sehen. Doch die Sängerin boxte sich durch und ist seit mehr als fünf Jahrzehnten ist sie eine feste Größe im Musikgeschäft.

Vom 20. November bis 2. Dezember bündeln der Jazzclub Karlsruhe und das Kulturzentrum TOLLHAUS vier Konzerte starker Improvisatorinnen unter dem Label "Feminine Perspectives On Jazz" und werden dabei von der SWR2 Jazzredaktion und dem Badischen Kunstverein unterstützt.


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