
Soziale Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit beinhaltet viele Bereiche, die über Umweltfreundlichkeit oder Klimaverträglichkeit hinausgehen. So spielen auch soziale/soziokulturelle Aspekte eine Rolle. Auf die hier beschriebenen Arten und Weisen versuchen wir, durch Abbau von Barrieren und das Streben nach Diversität und Diskriminierungsfreiheit auf, vor und hinter der Bühne auch die soziale Komponente der Nachhaltigkeit zu berücksichtigen – ohne den Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben.
Barrieren im Haus versuchen wir Stück für Stück abzubauen, wohl wissend, dass dies ein sehr langer Prozess ist und Barrierefreiheit in einem Bestandsgebäude kaum erreichbar ist. Trotzdem versuchen wir wo immer möglich individuelle Unterstützungslösungen zu finden und somit Zugänglichkeit zu erhöhen. Bei unserem Weihnachtsmarkt „Wundertüte“ haben wir im Dezember 2025 durch den Abbau von Bühnen und den Überbau von Stufen erstmals weitere Bereiche als zuvor für Menschen mit Gehbeschränkungen zugänglich gemacht.
Wir wissen, dass Eintrittspreise eine hohe Schwelle darstellen und beobachten mit Sorge deren stetige Steigerung in den letzten Jahren. Inhaber:innen des Karlsruher Passes erhalten Tickets an der Abendkasse zum halben Preis. In Bezug auf ein Solidaritätsticket sind wir im Austausch und erhoffen uns hier, mittelfristig noch mehr Menschen niedrigschwelligeren Zugang zu Kultur ermöglichen zu können.
Wir beteiligen uns mit unserer Technik-Abteilung am Girls Day und freuen uns, dass auch im bisher männlich dominierten Bereich der Veranstaltungstechnik endlich eine Durchmischung stattfindet. Die Führungsgremien des Hauses sind seit jeher gemischtgeschlechtlich besetzt und wir achten im ganzen Team auf eine ausgewogene Zusammensetzung. Die Alterspanne der im TOLLHAUS Beschäftigten reicht aktuell von 20–75 Jahren.
Gute Arbeitsbedingungen und, soweit möglich trotz des eng getakteten Veranstaltungsbetriebs, Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind uns ein stetes Anliegen. Wo möglich versuchen wir auch, auf faire Arbeitsbedingungen in unserem Umfeld zu achten. Wir verzichten deshalb z.B. auf große Versandhändler und Firmen, die klar erkennbar ausschließlich profitgetrieben und politisch rechts agieren.
Lokalen Initiativen bieten wir wo möglich einen Raum bzw. eine Bühne und setzen auf langjährige Partnerschaften. ( u.a. Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), Klimabündnis, ZeSia, Sozpädal,)
Wir versuchen, jungen Menschen kulturelle Angebote näher zu bringen. Bei unserem ATOLL-Festival setzen wir bei unserem Kinder- und Familientag auf ein Angebot ohne Eintritt und ermöglichen so allen Menschen einen Zugang. Hier kooperieren wir auch mit Schulen und teils Kindergärten. Mit unserem Projekt „TOLLHAUS macht Schule“ im Jahr 2024 sind wir bewusst in Schulklassen gegangen und konnten in Kooperation mit verschiedenen Künstler:innen jungen Menschen kulturelle Erfahrungen ermöglichen.
Seit jeher steht das TOLLHAUS für ein buntes, weltoffenes Programm ohne Ausgrenzung, auf und vor der Bühne. Dieser Anspruch muss und soll stetig hinterfragt und entsprechend angepasst werden.